Club Sellemols (Historienfreunde Maikammer-Alsterweiler)

(Historienfreunde Maikammer-Alsterweiler) gegründet 2014

Club Sellemols (Historienfreunde Maikammer-Alsterweiler)

Curt (Kurt Bernhard) Leonhardt

Heike Scholhölter, April 2024.

Aus dem Leben eines Auswanderers aus Maikammer.

Curt Leonhardt (Ortsfamilienbuch Eintrag <3663>) wurde am 30.09.1905 in Maikammer geboren und starb am 20.08.1997 in Santa Barbara/USA. Er war ledig und hatte keine Kinder. Seine Eltern waren Carl Leonhardt aus Maikammer und Anna Maria Hörner aus Hambach. Er hatte drei jüngere Schwestern: Gertrud, Anna Elisabeth „Liesel“ und Hedwig „Hedi“.

Seine Nichte Helga Fell geb. Warth, 82 Jahre alt, die Tochter von Curt’s Schwester Liesel, erzählt 2023 im Interview mit Heike Scholhölter vom Club Sellemols:

„Curt hat Mittlere Reife in Neustadt auf der Schule gemacht und dann Kaufmann gelernt, glaube ich.

1920/21, Curt Leonhardt mit 15 Jahren in der Klasse 5b (links sitzend, mit Kreuz markiert), Rückseite des Fotos von ihm beschriftet mit:

Laut meiner Mutter Liesel war ihr Bruder Curt ein Familienmensch und ein geselliger Typ, hat mit ihr Radtouren gemacht und war bei den Wandervögeln des Pfälzerwald-Vereins, als er jung war. Dann ist er zweimal nach Amerika gegangen. Den Grund dafür kannte die Familie nicht, aber er hat immer Fotos geschickt, darauf waren nie Frauen zu sehen sondern immer entweder „ein Freund“ oder „mein Freund“ , so dass sich die Familie ihren Teil dazu dachte. Da er später unter dem Hitler-Regime Probleme bekommen hätte, entschied er sich wohl dafür, nach der 2. Ausreise endgültig in Amerika zu bleiben. Er war unverheiratet und ist mit 91 Jahren verstorben.

1920er Jahre: Curt mit dem PWV am Bismarckturm (vorne 1. Reihe ganz rechts) und auf der Kalmit, vor dem alten Turm und dem König Maximillian Denkmal (ganz rechts stehend).

Curt ganz rechts, mit Freunden beim geselligen Beisammensein.
Curt mit Freunden und seiner Schwester Liesel auf der Kalmit.

Curt’s erste Auswanderung war im Jahre 1929 nach Kanada, ich weiß aber nicht mehr, wie lange das war. Dann kam er zurück und war nochmal ein paar Jahre hier, aber als dann die Nationalsozialisten an der Macht waren, ist Curt am 21.9.1937 über Paris nach USA ausgereist. Er hat in Santa Barbara, Kalifornien gelebt und eine ganze Zeit lang die Gärten der reichen Leute gepflegt, auch wenn diese nach Europa verreist waren, ist er solange in deren Haus gegangen, damit es nicht leer stand. Er selbst lebte in einem Wohnwagen anstatt in einem Haus. Er hat uns auch oft Fotos geschickt und auch an Weihnachten hat er immer geschrieben, mein Vater sagte dann meistens: „Jetzt kriegen wir wieder den Wetterbericht von Kalifornien!“ weil Curt wohl nicht immer wusste, was er sonst noch langes schreiben sollte! Meine Mutter hat ihm oft Päckchen geschickt, auch immer zum Geburtstag. Aber Curt hat sie gebeten, das besser sein zu lassen, denn der Zoll in Amerika war so teuer, dass er dabei drauflegen musste.

Ca. 1929/30. „Kurt in Kanada“, Seite aus dem Fotoalbum seiner Schwester Anna Elisabeth „Liesel“ Leonhardt.
Curt in Kalifornien…
…in Santa Barbara.
Curt in spanischer Tracht.
Curt „mit Freund“ in Kalifornien.
Beschriftete Fotorückseite.

Foto Mitte: Kalifornien an Allerheiligen, vielleicht Ende1940/Anfang 1950er Jahre; Curt Leonhardt „mit Freund“ (so die Beschriftung im Fotoalbum). Rückseite von Curt mit folgendem Text beschrieben: „Dear friends. Das Bild ist aufgenommen am Haus meines Freundes an Allerheiligen. Es ist warm hier u. wir kommen gerade vom Meeresstrand, der sehr nahe ist. Ich arbeite im St. Francis Hospital u. es gefällt mir sehr gut hier. Aber ich habe wenig Zeit zum schreiben. Wenn man weit weg ist bekommt man mehr Post u. muss mehr antworten. Ich sandte gerade einen Brief heim, den Ihr lesen könnt. Inzwischen herzl. Grüsse u. alles Gute, Euer Curt.“

Curt Leonhardt in der US Army, ca. 1939-1945.
1.6.1953, Curt Leonhardt mit Freund.
1955. Curt Leonhardt und Freund, am „Hidden Valley Entrance“ (Joshua Tree National Park).

Im Krieg war Curt als amerikanischer Soldat und Dolmetscher in Regen in der Oberpfalz, aber er durfte damals nicht in seine Heimat, um einen Besuch zu machen. Dadurch hat er seine Eltern leider nicht mehr gesehen, bevor sie starben.

Kalifornien. Ostern 1957, Curt Leonhardt mit Freund. Beschriftung im Fotoalbum seiner Schwester Liesel: „1957 Curt beim Wasserholen in den californischen Bergen.“ Rückseite beschriftet: „Wasser holen in den Bergen, Ostern 1957.“ 

Kalifornien, März 1959. Curt Leonhardt am „Summit Elevation 8512 – 23“.

Kalifornien, 22.10.1962. Curt Leonhardt. Beschriftung seiner Schwester Liesel im Fotoalbum: „Seine Wohnung am See u. im Wald mit Katze (zwischen Tank u. Baum).“ Rückseite von Curt beschrieben mit: „Tanglewood“ Sottereo Lane, Paradise Park, Santa Barbara, California, home of Curt Leonard an Sinus Pedersen, Oct. 22-1962. (Do you see the cat?). Die Katze ist zwischen dem Baum rechts u. dem Gastank. Zu viele Bäume u. zuviel Schatten aber im Sommer ist es angenehm in diesem heissen Klima.“

Fotorückseite beschriftet mit: „Curt and his car 1949“.
Curt Leonhardt mit dem VW-Käfer, den er sich 1962 in Deutschland gekauft hat.

1962 kam Curt zu Besuch nach Deutschland. Am Anfang hatte er Schwierigkeiten deutsch zu sprechen. Er meinte dann auch mal, „hier sei alles so eng“ in Deutschland. Am Anfang „suchte“ er Wörter, das hat sich dann aber bald gegeben. Seine Ansprüche waren sehr bescheiden. Wir lachten ja, als er angekommen ist: er kam nur mit einem kleinen Koffer, meine Mutter (Anna Elisabeth Leonhardt) hat ihn in Neustadt am Bahnhof abgeholt und fragte „Ja wo hast du dein Gepäck?“ darauf antwortete er „ich hab alles dabei!“. Dann kam er mit dem Köfferlein nach Maikammer, meine Mutter hat ihm die Sachen gewaschen und festgestellt, dass alle Kleider dieselbe Farbe hatten, weil Curt die Wäsche in Amerika nicht nach Farben sortiert gewaschen hat, sondern alles zusammengeworfen hatte. Er kaufte sich hier von seinem Erbteil einen Käfer und hat das Auto mit nach Amerika genommen. Zu der Zeit als er uns besuchte, ging mein Vater bei Sonntagsausflügen noch mit dem Anzug in den Wald, aber mein Onkel Curt trug damals schon lässige knielange Shorts und Sandalen, weil es in Amerika so üblich war. Während der Zeit seines Besuches hat er in Maikammer mein Zimmer bekommen, denn ich war mit meinem anderen Onkel in Dänemark, die hatten mich mitgenommen, und als ich zurückkam, war Onkel Curt noch da und ich lernte ihn als sehr netten Mann kennen.

1962, Curt aus Amerika zu Besuch. An der Kalmit .
Curt mit Schwester Liesel und Nichte Helga auf der Limburg.

„1962, Curt aus Amerika zu Besuch! An der Kalmit!“ Curt mit Schwestern Gertrud und Liesel, seinen Nichten Helga und Evi und seinem Schwager Konrad Goede. V.l.n.r.: Helga Warth verh. Fell, Evi Messerschmidt u. Freund, Gertrud Leonhardt verh. Messerschmidt, Konrad Goede, Elisabeth Leonhardt verw. Warth u. verh. Goede, Curt Leonhardt.

„Im Jahre 1962. Curt Leonhardt zu Besuch in Deutschland. Onkel Hans (Hörner, 2.v. rechts sitzend) und Familie waren in Urlaub auf der Maxburg (Hotel). Zum Kaffee auf unserer Veranda (Weinstraße Nord 11).“
vorne v.l.n.r.: Helga Warth verh. Fell, Curt Leonhardt, Elisabeth Leonhardt verh. Goede, Junge unbenannt, Hans Hörner (jüngster Bruder von Anna, der Mutter der Leonhardt Kinder), Frau unbenannt; Hinten v.l.n.r.: junge Frau und Junge unbenannt, Hedwig Leonhardt verh. Schwarz.

Curt ist niemals von seinen Schwestern in Amerika besucht worden. Eine Cousine von ihm aus Hambach war zwar mal in die Nähe von Santa Barbara gekommen, sie hat ihn verständigt und gefragt, ob er nicht vorbei kommen kann. Aber das konnte er zu dem Zeitpunkt nicht mehr und es war ihm zuviel. Er ist mit 91 Jahren gestorben, zuvor war er ein Jahr lang krank, Schlaganfall oder sowas, sein Freund hat ihn in der Zeit versorgt. Als er starb, hat er sein Vermögen einem Notar übergeben und die drei Schwestern in Deutschland haben das Geld dann geerbt. Verschiedene Sachen hat er seinem Freund und irgendeiner Kirche vermacht. Seine Schwestern waren ganz überrascht über sein Vermögen. Sie dachten immer, er sei eher „ein armer Hund“, aber dass er soviel Geld hatte, hat keine von den Schwestern vermutet! Meine Mutter sagte zuvor oft „wenn Onkel Curt mal ein Pflegefall wird, werde ich das bezahlen müssen“, denn sie hatte ja das Elternhaus geerbt!“

Aus schriftl. Aufzeichnungen der Familie: „Am 21.9.1937 reiste Curt Leonhardt über Paris nach USA. Bei Kriegsausbruch 1939 war Curt als amerikanischer Soldat und Dolmetscher in Regen in der Oberpfalz . Ein Besuch war ihm nicht möglich da er überraschend wieder nach USA musste. Seine erste Auswanderung war im Jahre 1929 nach Kanada. 1962 war er zu Besuch hier.“

Auszüge aus dem Postkarten Schriftverkehr von Curt, seinen Eltern und seiner Schwester Liesel:

20.07.1928, Freiburg. Postkarte von Curt an Carl Leonhardt nach Maikammer:


Lieber Vater!
Wir haben uns hier pünktlich getroffen, Mutter, Hedi u. ich. Morgen machen wir eine kl. Schwarzwaldfahrt. Sonst alles munter, was ich auch von Dir hoffe. Besuchts Du mich auch mal?
Recht herzl. Grüße, Dein Sohn Kurt. Herzliche Grüße, Mutter u. Hedi.

Curt war zu diesem Zeitpunkt 22 Jahre alt. Vielleicht erlernte er in Freiburg den Beruf des Kaufmanns oder war es schon, und seine Mutter besuchte ihn mit seiner damals 3jährigen Schwester Hedi.

24.05.1930, Niagara Fälle, Kanada. Postkarte von Curt an Carl Leonhardt nach Maikammer:


Liebe Eltern!
Eure Zeitungen dankend erhalten. Heute ist Feiertag u. ich fuhr mit Boot zu den Niagara Fällen. Es ist sehr schön. Sonst bin ich noch munter u. verbleibe Euer Sohn Kurt.

27.10.1931, Toronto, Kananda. Postkarte von Curt an Liesel Leonhardt nach Maikammer, sie war damals 16 Jahre alt:


Liebe Liesel!
Heute zusammen mit meinem Freund sende ich Dir herzl. Grüße. Deine Karte v. Königsbach erhalten. War wohl der Pfälzerwaldverein. Erwidere die Grüße auf herzlichste. Dein Bruder Curt.
Ein alter Freund v. Kurt aus Edenkoben erlaubt sich Grüße. Willy Schreieck.

5.3.1932, Lake Wanatchee, USA. Postkarte von Curt an Carl Leonhardt nach Maikammer:


Liebe Eltern! Von hier sende die besten Grüße. Geht mir soweit gut. Brief folgt. Fahre heute weiter u. hoffe Euch bald vom Süden weiter Nachricht geben u können. Herzl. Grüße, Curt. Freundl. Grüße unbek. Hans Brulin (?)

5.1.1934, Santa Barbara, USA. Postkarte von Curt an die Eltern nach Maikammer:
Liebe Eltern!
Weihnachtsbrief sowie Karte von Liesel geschrieben dankend erhalten. Paket noch nicht angekommen. Ich sandte ein Paket feinste Californische Früchte. Hier ist das schönste Wetter. Ich komme gerade vom Strande u. bin baden gewesen im Meer. Weihnacht ist bei mir sehr ruhig verlaufen. Ich fahre Ende Januar hier ab mit dem Auto nach Arizona u. Neu Mexico-Texas. Arbeit ist sehr wenig hier. Die Besserung kommt langsam. Ich möchte nicht mehr nach San Francisco, Bekannte können auch die Lage nicht ändern u. kostet mich 2 Dollar Fahrt. Hoffe Euch gesund wieder zu sehen, u. verbleibe mit herzl. Grüssen, Euer Sohn Curt.

16.3.1934, Los Angeles, USA. Postkarte von Curt an Carl Leonhardt nach Maikammer:

Liebe Eltern! Ich fahre heute von hier mit Dampfer M.S. San Francisco über Panama Kanal nach Deutschland. Brief folgt vom Süden. Werde Mitte April eintreffen. Herzl. Grüße, Curt.

Nachdem Curt ab 1929 ca 5 Jahre in Kanada/USA verbracht hatte, kam er im April 1934 wieder nach Deutschland zurück.

Hier zwei Postkarten von Curt und seiner Schwester Liesel vom Mai 1934, vielleicht von einer gemeinsamen Radtour über Worms Darmstadt bis Hanau und weiter bis Bad Hersfeld:

22.5.1934, Hanau, Postkarte von Curt und Liesel an Carl Leonhardt nach Maikammer:
„Liebe Eltern! Wir hatten eine gute Fahrt u. kamen früh morgens schnell vorwärts. Um 7 h waren wir in Worms. Über Mittag in Darmstadt. Hier bleiben wir in Hanau in der J.H. u. ruhen uns aus. Alles wohlauf. Herzl. Grüße, Curt. Bis jetzt noch alles in Butter. Viele Grüße, Eure Liesel“

„24.5.1934, Bad Hersfeld, Postkarte von Liesel u. Curt an Carl Leonhardt nach Maikammer:
„Liebe Eltern! Wir sind heute am Mittwoch abend ½ 8 h hier gelandet. Die Jugendherberge ist sehr schön. Wir sind um 6 Uhr in Hanau abgefahren morgens. Morgen früh schlafen wir aber länger. Sonst ist alles in bester Ordnung. Viele Grüße, Eure Liesel. Grüße an Hedi. Heil Hitler Curt.“

13.1.1934 geschrieben (aber es muss 1935 sein.), Saarbrücken, Postkarte von Curt an Carl Leonhardt nach Maikammer:
„Liebe Eltern! Vom Tag der Abstimmung im Saargebiet sende ich Euch diese Karte zur Erinnerung. Euer Curt. Dienstag ist Befreiungstag hier. Grüße …. ??“

(Am 13. Januar 1935 fand der vorgesehene Volksentscheid (Saarabstimmung) statt, in dem 90,7 Prozent für die Zugehörigkeit zu Deutschland stimmten. → https://www.landtag-saar.de/landtag/ein-langer-weg-nach-europa/der-kampf-um-die-saarabstimmung-1932-bis-1935/
Evtl. hat Curt sich beim schreiben im Jahr vertan. Poststempel ist nicht lesbar!)

8.3.1935, Saarbrücken. Postkarte von Tante Luise u. Curt an Hedi Leonhardt zu ihrem 10. Geburtstag nach Maikammer:

8.3.1935, Saarbrücken, Postkarte von Tante Luise u. Curt an Hedi Leonhardt nach Maikammer:
„Liebe kleine Hedi! Heute zeigt uns der Kalender daß Du Geburtstag hast. Wir alle gratulieren dir recht herzlich besonders auch Großmutter. Ich hoffe es geht dir, deinen l. Eltern u. Anneliese noch gut. Alles Gute fernerhin, deine Tante Luise. Liebe Hedi! Zum Geburtstage viel Glück u. Alles Gute. Am 1.3. habe ich Hitler gesehen. Von Deinem Bruder Curt.“

Datum unbekannt (Vielleicht auch 1935?) , „Deutsch ist die Saar!“, Postkarte von Curt an Carl Leonhardt nach Maikammer:
„Liebe Eltern! Nachdem es einige Tage kalt war, ist jetzt Frühling geworden u. Die Sonne ist warm. Ich wollte nach Hause kommen für einige Wochen um den Garten herzurichten. Schreibt mir bitte wann es Zeit ist. Evtl. komme ich am 1.April. Sonst wenig Neues. Ich habe wenig Zeit für mich u. Zum schreiben. Herzl. Grüße, Curt.“

Postkarte von Curt Leonhardt und seinen Eltern an seine Schwester Liesel nach Stuttgart-Heumaden, vermutlich 1934 o. 1935 geschrieben. (Liesel heiratete 1935 und hieß ab da Warth mit Nachnamen). „Lb. Liesel! Morgen Sonntag fahre ich weg. Kirchweihe is rum. St. Martiner Kerwe ist morgen noch. Leider kann ich nicht nach Stuttgart. Herzl. Gruß Curt. – Liebe Liesel! Gestern Deinen Brief erhalten. Die gewünschten Bücher gehen in den nächsten Tagen ab. Morgen reißt Curt nach Saarbrücken. Schreibe Dir nächstens mehr. Empfange herzlichen Gruß Mutter Fam. Weiß??? bitte ich zu grüßen. Herzl. Gruß Vater / d. Foto schicke ich mit [du wirst staunen schön] Gruß Fränzel B“ (Liesel’s Freundin Franziska Buchenberger, Tochter vom Gastwirt A. Buchenberger/Zum Schaf).

3 Jahre war Curt zu Hause in Deutschland gewesen. Am 21.9.1937 reiste Curt Leonhardt, kurz vor seinem 32. Geburtstag, über Paris erneut nach USA aus und blieb dort für den Rest seines Lebens.

22.09.1937, Paris. Postkarte von Curt an seine Schwester Liesel nach Stuttgart-Heumaden. (Liesel war mittlerweile mit Arthur Warth verheiratet und beide lebten dort) :
Herzliche Grüße aus Paris Curt. E. ..(?)…

3.10.1937, San Francisco, USA, Postkarte von Curt an Liesel (Arthur) Warth nach Stuttgart-Heumaden:
„Herzliche Grüße aus California meiner 2. Heimat sendet Curt.“

07.1962, Lake Helen, USA, Curt an Liesel (mittlerweile in Maikammer lebend mit 2. Eheman Konrad) Goede nach Maikammer:
„Viele Grüße von einer Fahrt in die Berge. Lassen ist ein Vulkan bedeckt mit Lava und Schnee. Es ist sehr schöne hier and warm genug zum Schwimmen. Nachts ists kalt u. Ich sehe den Schnee von hier. Alles Gute, Curt.“

San Francisco, Kalifornien. Curt Leonhardt schreibt an seine Schwestern Liesel und Gertrud: „Liebe Liesel & Gertrud. Grüsse von einer Reise nach Mill Valley bei San Francisco, wo der Nebel kommt vom Meer herein über die Brücke am Golden Tor. Es immer kühl. Herzl. Dank für die zwei Karten. Hoffe Euch nächstes Jahr zu sehen in Deutschland. Alles Gute Euer Curt.“

Datum unbekannt, Fess Parker’s Rancho Santa Barbara, 333 Old Mill Road, Kalifornien, Postkarte von Curt an Liesel:
„(Wohne jetzt hier!) Liebe Liesel u. Familie. Vielen Dank für den Geburtstag Brief. Hier ist alles beim Alten. Ich wohne jetzt in einem grossen Wohnwagen. Soweit komme ich gut aus. Vielleicht sehe ich Euch nächstes Jahr, falls die Flugzeuge noch fliegen. Wir haben einen schönen Winter u. manchmal ist es so warm wie Deutschland im Sommer. Weihnachtsgrüsse Curt.“

7.11.1976, Santa Barbara, USA, Curt an Liesel Goede:
Santa Barbara, Kalifornien, 7.11.1976. Postkarte von Curt Leonhardt an seine Schwester Liesel: „Liebe Liesel. Vielen Dank für den Geburtstag Brief. Es ist doch schön, dass Du und Gertrud noch an mich denkt. Ich wünsche Dir alles Gute zu Deinem Geburtstag im Dezember. Hier ist alles wohlauf. Hoffe dass es nächstes Jahr klappt mit der Europa Reise. Sonst werde ich zu alt. Wir hatten hier auch heisses Wetter und sehr trocken besonders im Nördlichen California. Hier im Süde hatten wir tropische Regen, und jetzt im November ist es 35 Grad heiss. Hoffe dass Du mit Gertrud einige schöne Tage verlebt hast. Ich möchte doch gerne nochmal einige Wanderungen machem im Pfälzer Wald. Vieleicht im nächsten Jahr. Herzl. Grüsse an Helga u. Peter, Dein Bruder Curt.“

Mit 91 Jahren starb Curt Leonhardt im Jahre 1997 in St. Barbara/USA.

Fotos: Club Sellemols (2023 z. Verfügung gestellt von Helga Fell, Nichte von Curt Leonhardt).