Club Sellemols (Historienfreunde Maikammer-Alsterweiler)

(Historienfreunde Maikammer-Alsterweiler) gegründet 2014

Club Sellemols (Historienfreunde Maikammer-Alsterweiler)

Geschichte des Gasthauses „Zum Schaf“

Werbepostkarte des Gasthauses Zum Schaf von August Buchenberger, ca. 1950.

Im Jahre 1904 heiratete der 27-jährige August Buchenberger Rosa Kleber. Sie war 24 Jahre alt und die Tochter des im Jahre 1897 verstorbenen Wirts des Gasthauses „Zum Schaf“, Adam Kleber.

Herr Klaus Hemmer (geb. 1942, Enkel von August Buchenberger) erinnert sich im Gespräch im Jahre 2023 an August Buchenberger:

„August Buchenberger ließ sich von Prälat Eichenlaub Anfang der 1920er Jahre zum Bau des großen Saales überreden. Es war die Zeit, in der viele Vereine Frühlingsbälle oder Theateraufführungen durchführen wollten.

Von Norden nach Süden wurde er an das bestehende Haus an die Ostseite angebaut, auf Säulen stehend. Die Bühne war am Ende des Saales, an der Südseite. Die Fenster gingen nur zur Hofseite hin. Durch den Anbau wurde der Hof ziemlich eng und klein, Sonne kam höchstens für eine Stunde am Tag in den Hof. Für den Bau nahm August Buchenberger einen Kredit auf. Die Anwohner des Hauses Nr.28 waren so verärgert, dass nie mehr wieder miteinander geredet wurde, denn das Haus wurde durch den Anbau total zugebaut.

Zu der Werbepostkarte kann ich folgendes sagen: Ich war selbst dabei, als die Aufnahme gemacht wurde. Es war nach dem Krieg, ca 1950, ich war vielleicht 8 Jahre alt. Das Foto hat kein ortsansässiger Fotograf gemacht. Die zwei Männer die im Bild zu sehen sind kamen zufällig vorbei und haben den Fotografen ziemlich verärgert, da sie ein Gespräch anfingen und einfach nicht mehr weitergehen wollten. Also hat er das Foto wohl oder übel mit den beiden aufgenommen. Es sind rechts an der Wand stehend Anton Ulrich er war Amtmann auf der Gemeindeverwaltung. Und links das ist Ernst Knick, er war Wassermeister bei der Gemeindeverwaltung.“

Beschreibung des Gasthauses

„Oben aus der Ecke des Dachs ragt ein Erker, dahinter war das sogenannte Mansardenzimmer. Die 3 Fenster links neben der Eingangstür sowie das Eckfenster und die nächsten 4 Fenster gehörten zur Gaststube. Das letzte Fenster im EG, etwa an der Stelle, wo die beiden Männer stehen, war ein Zimmer. Dort wurde ausschließlich das Geschirr des Gasthauses aufbewahrt.

Hinter den zwei kleinen Fenstern, die man in der Wand dahinter noch sehen kann, war das Kelterhaus. Ging man durch die Haustür, kam ein Flur der geradeaus führte und auf der anderen Seite in einer Tür zum Hof mündete. Auf dem Foto mit dem Pferd und den 3 Damen aus Essen (s. unten) steht jemand im Türrahmen dieses Flur-Ein/Ausgangs zum Hof. Die 3 Fenster rechts der Eingangstür waren Privaträume, das erste ein Schlafzimmer und die beiden weiteren waren Büroräume. Hinter dem Eckfenster im Obergeschoß und den jeweils 2 Fenstern rechts und links davon, war der Singstundenraum des Gesangsvereins „Liederkranz 1845 Maikammer-Alsterweiler“. Rechts vom Singstundenzimmer im Obergeschoß waren Fremdenzimmer. Aber über dem großen Hoftor [auf der Werbepostkarte nicht zu sehen, die Redaktion] die zwei Fenster das waren Privaträume.

Alle weiteren Fenster links des Singstundensaal im OG gehörten zum kleinen Saal, die Bühne war am Ende an der Wand, die zum Haus Weinstr Nr. 28 gelegen ist. Auf der Rückseite dieser Wand sieht man heute noch 3 kleine Fenster, das waren Oberlichter an der Bühnenrückwand. Wenn man durch das große Hoftor ging, war auf der rechten Seite an der Hauswand zur Kirche hin, ein Stall, da waren die Schweine untergebracht.

Gastzimmer, Gasthaus „Zum Schaf“. Hinter der Theke gab es eine Treppe die direkt hinunter in den Weinkeller führte.
Kleiner Saal, Gasthaus „Zum Schaf“, lag im OG an der Nordseite des Anwesens.
Großer Saal, Gasthaus „Zum Schaf“. Die Fenster liegen zu Hofseite. Die Bühne befindet sich an der Südseite des Anwesens.
Der große Saal im Gasthaus „Zum Schaf“,
wahrscheinlich für den „Tanz in den Mai“ geschmückt. Dekoration von Frisör Josef Martin.

Die Fotos vom kleinen und großen Saal sowie der Gaststätte sind vermutlich Aufnahmen des Fotografen Gerst aus Maikammer. Sie stammen wohl aus der Zeit vor dem II. Weltkrieg. Ein privates Wohnzimmer für uns gab es nicht. Bei uns hat sich alles Leben in der Küche und der Wirtschaft abgespielt. Wenn im Saal eine Veranstaltung war, mussten alle helfen, Arbeit gabs genug. Das ging vom Thekendienst über Küchenhilfe bis zum Heizen im Winter. Zu der Zeit war es noch üblich, daß jeder Verein einen Jahresball veranstaltet hat, Liederkranz, Gesangverein, Pfälzerwald-Verein. Außerdem fanden Theateraufführungen oder Tanzkränzchen statt.

Andreas Platz aus der Friedhofstraße war blind und jedes Jahr gab’s eine Weihnachtsfeier der Kriegsblinden Organisation. Früher gabs ja jede Menge Leute, die vom Krieg heimkamen und blind waren. Er war der Vorsitzender der Organisation. Da kamen immer die Blinden aus ganz Rheinlandpfalz, das waren ca. 400 Menschen. Diese Weihnachtsfeiern waren immer mit die Schönsten.

Im großen Saal gab es 250 Klappstühle! Einmal in späterer Zeit wurden dem Kino [im heutigen DRK Raum gegenüber Cafe Centner, die Redaktion] Klappstühle vom Schaf ausgeliehen, weil für die Besucher die vorhandenen nicht ausreichten. Meine Mutter war im Kino und wusste nichts von der Ausleihaktion, aber am Auf- und Zusammenklapp-Geräusch der Stühle konnte sie diese eindeutig dem Gasthaus zuordnen und fragte später im Gasthaus nach, wie viele Stühle denn wieder mal ausgeliehen wurden!

Am Tor an der Einfahrt war ein Schutz für die einfahrenden Wagen [Sandsteinpoller, die Redaktion], da saß ich als Kind immer, das war mein Stammplatz. Die jetzige Mauer in der Hofeinfahrt wurde nachträglich gemacht, ebenso der Kellerabgang dort. Den Keller konnte man ursprünglich nur vom Innern des Hauses erreichen, das war der sogenannte Kartoffelkeller, mit einer Falltür. Dort wurde gegen Ende des Krieges ein Teppich drüber gelegt und ein Schrank drauf gestellt. Alles kam nach unten, was irgendwie schützenswert war. Das ganze Anwesen ist unterkellert, ein Gewölbekeller, entlang der Weinstraße, im Krieg war das ein Luftschutzbunker für die Nachbarschaft. Die Leute sind alle zum Schaf in den Keller gekommen.

Nach dem Krieg war das Gasthaus zum Schaf von den Franzosen beschlagnahmt und alle aus der Familie mussten das Haus verlassen, nur mein Großvater August Buchenberger durfte bleiben. Meine Familie und ich kamen im Haus (Christel Helm, Juwelierlädchen) unter, denn das gehörte meiner Tante. Dort wurde genächtigt. Ich kam aber tagsüber so oft ich konnte zum Gasthaus und saß vorne am Tor auf dem Schutzstein der Einfahrt um zu signalisieren: hier wohne ich! Im Gasthaus Zum Schaf war solange kein Betrieb, kein Ausschank, ca. ½ -1 Jahr lang.

Meine Mutter wohnte bis zum Tod ihres Vaters im elterlichen Haus und hat immer in der Wirtschaft und im Gasthaus mitgearbeitet und zum Schluß ihren Vater gepflegt. Nach dem Tod August Buchenbergers wurde das Gasthaus „Zum Schaf“ verkauft. Das Erbe wurde unter den fünf Kindern aufgeteilt. Das Haus wurde an einen Herrn Brechtel verkauft, der stellte dort Kunststoffkübel her. Anfangs durfte meine Mutter noch im Haus wohnen bleiben. Danach wohnte sie im Haus gegenüber, das der jüdischen Familie Süss gehört hatte und später abgerissen wurde.“

„Die komplette Familie des Gastwirtes August Buchenberger:
von links: Mutter Rosalia Buchenberger geborene Kleber (*1879 +1940), Tochter Franziska *1910 (genannt Fränzel), Sohn Rudolf *1907 +1960 (mit Krawatte), Sohn Albert *1913, davor sitzend Sohn Fritz *1918, Gastwirt und Vater August Buchenberger *1877 *1955, Tochter Elisabeth *1905
August Buchenberger und seine Frau Rosa geb. Kleber im Hof des Gasthauses während der Weinlesezeit. In der Mitte mit Hut und weißem Schal: Tochter Franziska Buchenberger. Im Hintergrund rechts das große Hoftor und am Bildoberrand die Dächer der Ställe. Würde man das Bild nach oben verlängern, könnte man den Kirchturm der katholischen Kirche sehen !
„Das Foto wurde im Hof aufgenommen. Hinten links die Tür ist das Ende des Flurs, der von der Straße kommt. Rechts sieht man den Überbau des großen Saals, darunter stehen heute die parkenden Autos. Hinten, durch das Pferd verdeckt, ist die Küche gewesen.
Zu den Personen, soweit ich sie kenne:
Links mein Großvater August Buchenberger vor dem Pferd, rechts ohne Hut ist mein Vater Rudolf Buchenberger und ganz rechts steht meine Großmutter Rosa.“ (Christian Buchenberger)
„Zur Erinnerung an die Essener für den Arbeitsmann Karl.“

Das Foto mit der Handschrift ist die Rückseite des Fotos. Daraus scheint sich zu ergeben, dass die drei Damen auf dem Pferd aus Essen waren und der Herr mit Hut ein Arbeiter namens Karl.“ (Christian Buchenberger)

(Hr. Klaus Hemmer ergänzt folgendes: die 3 Damen aus Essen seien damals zur Erholung der Organisation KDF (Kraft durch Freude) im Schaf einquartiert gewesen!)

Postkarte vom Gasthaus ´“Zum Schaf“ aus dem Jahr 1938.

Christian Buchenberger (geb. 1947), ebenfalls Enkel von August Buchenberger, beschreibt 2023 in einer E-Mail ebenfalls seine Erinnerungen:

„Das „Gasthaus zum Schaf“ war ein großes Familienunternehmen. Meine Großeltern betrieben das Gasthaus mit einem großen Tanzsaal und vielen Fremdenzimmern, daneben hatten sie noch viele Weinberge und betrieben Weinbau. Aber das einträglichste Geschäft war das Weinkommissionsgeschäft. Mein Großvater hatte Geschäftsbeziehungen zu Weinkellereien an der Mosel und makelte Wein aus Maikammer dorthin. Er war also gemäß Handelsgesetzbuch (HGB) Streckenmakler für Wein. Außerdem vermakelte er auch Immobilien. In diesem Familienverband war auch mein Vater Rudolf Buchenberger tätig. Bis zu seiner Einberufung zum Kriegsdienst im Jahre 1942, also bis zu seinem 35sten Lebensjahr wohnte und arbeitete er im „Gasthaus zum Schaf“.  

Mein Großvater hatte auch geplant, dass er sein Nachfolger wird. Deshalb besuchte er die Oberrealschule und die Handelsschule und legte eine kaufmännische Lehre im Weingut Zeder in Diedesfeld ab. Außerdem arbeitete meine Tante „Fränzel“ (Franziska Hemmer, geborene Buchenberger) voll im Familienverband mit. Von ihrer Geburt an bis zum Verkauf des Anwesens nach dem Tod meines Großvaters im Jahre 1955 lebte sie im „Gasthaus zum Schaf“. Meine Großmutter Rosa Buchenberger, geborene Kleber war bis zu ihrem Tod 1940 der Chef des Familienverbandes, laut Aussage meiner Mutter und meines Vaters.

Im Jahr 1943 musste meine Mutter ihr Stoffgeschäft im Maikammer schließen („Nicht kriegswichtig“ laut Behörden) und arbeitete von dieser Zeit an bis Ende 1945 täglich im „Gasthaus zum Schaf“. Meine Mutter war sehr durchstrukturiert und empfand das Leben und Arbeiten dort als Chaos. Sie wusste, dass sich mein Vater nicht gegen seine Geschwister durchsetzen konnte und wollte. Deshalb lehnte sie es ab, dort ins Geschäft einzusteigen. Dazu kam noch, dass nach dem Krieg das lukrative Weinkommissionsgeschäft von meinem Onkel Albert Buchenberger übernommen wurde.

Albert Buchenberger machte eine Lehrerausbildung und war bis zu seiner Pensionierung als Lehrer in Kirrweiler tätig. Er war sehr musikalisch, spielte lange Zeit die Orgel in der Kirche und leitete mehrere Chöre. Er war sehr eloquent, aber auch sehr geschäftstüchtig. Er war über Jahrzehnte morgens Lehrer und nachmittags Weinkommissionär. Als mein Großvater starb, stellten seine fünf Kinder fest, dass Schulden vorhanden waren, vor allem bedingt durch Steuerforderungen des Finanzamtes. Deshalb war guter Rat teuer. Diejenigen, die das „Gasthaus zum Schaf“ übernehmen wollten, hatten nicht die Mittel dazu, und diejenigen, die die Mittel hatten, wollten nicht. Deshalb wurden die Weinberge aufgeteilt und das Haus verkauft. Das war das Ende als Gasthaus. Der neue Eigentümer produzierte in dem Gebäude glasfaserverstärkte Kunstharzteile für den Weinbau, vor allem Bütten.

Solange ich mit meinen Eltern in Maikammer wohnte, also als Kleinkind, war ich mit meinem Vater oft im „Gasthaus zum Schaf“. Ich war sehr gerne dort, denn ich war ja Einzelkind und dort war immer etwas los und ich konnte mit meinen Cousins spielen. Außerdem war ich für meinen Großvater sehr wichtig. Er sagte mir mehrmals, dass er neun Enkel (fünf Jungen und vier Mädchen) habe, aber nur ich habe den Nachnamen Buchenberger und müsste den Namen weitertragen. Auch war ich immer vom Pferd „Hans“ meines Opas begeistert, manchmal durfte ich auf „Hans sitzen.

Im Inneren

Was ich zum Gebäude weiß: Man ging die 4 Stufen zum Eingang hoch, dann folgte ein langer Flur. Gleich links konnte der Gastraum betreten werden. Es gab aber noch einen weiteren Eingang weiter hinten an der Theke. Ganz am Ende ging es in die große Küche, die ein Fenster zum Hof hatte. Rechts vom Flur waren Privaträume, Wohnung und Büro. Links hinten vor der Küche ging die große Treppe hoch zum 1. Obergeschoß. Ich kann mich nur an den großen Saal erinnern, den mein Großvater in den 20er Jahren des letzten Jahrhunderts erbauen ließ. Das Bild der Trachtengruppe ist unter dem neu gebauten Saal aufgenommen, da stehen heute die Autos. Der große Saal war ein Überbau Richtung Süden. An weitere Einzelheiten des 1. Und 2. Obergeschosses habe ich keine Erinnerung.“

Aus welchem Kelterhaus stammen die 3 Aufnahmen???
Trachtengruppe des Liederkranz Maikammer, in der Mitte, rechs neben der Frau mit dem Glas in der Hand sitzt Rudolf Buchenberger.
Auch hier in der Mitte mit Glas in der Hand: Rudolf Buchenberger.

Die Fotos der Trachtengruppe im Kelterhaus können laut Hr. Klaus Hemmer nicht im Gasthaus „Zum Schaf“ aufgenommen worden sein, denn dort gab es nur eine einfache Kelter! Auf den Fotos ist jedoch eine doppelte Kelteranlage zu sehen! (Wer das Kelterhaus auf den Fotos erkennt, möge sich beim Club Sellemols melden.)

1939, Großer Saal, letztes „Not-Tanzkränzchen“ vor dem Krieg! Hinten in der Mitte Else Buchenberger, später mit Fritz Buchenberger verheiratet, dem jüngsten Sohn des Gastwirts.
Noch ein Tanzkränzchen, diesmal nach dem Krieg und die Tänzer im Hof fotografiert ! Im Hintergrund rechts die Stallgebäude. Die Tänzer außen rechts sitzen schon in der Hofeinfahrt unter dem Tor! Links einer der tragenden Pfeiler zu sehen, der den Überbau des großen Saales stützt ! Ansicht heute zum Vergleich!

Eigentümer Weinstraße Nord 26 / Erwähnung in anderen Werken

Der Erbauer des Hauses (zumindest aber eines Umbaues) ist gemäß Schlussstein am Eingang (GP / CP 1818) der aus Alsterweiler stammende Küfer und Wirt Johann Georg Platz (<4671> / *6.4.1768). Er erwirbt das Anwesen Im Jahre 1805. Darin war die ehemalige Domkapitelkelter untergebracht, die Georg Platz mit ersteigerte. Ihn können wir als Bauherren des heutigen Anwesen ansehen, nachdem er wohl das alte Haus abgerissen hatte. Er war verheiratet mit Maria Katharina Gerlach (CP am Schlussstein) (<1872>).

Bereits in dieser Zeit hatte das Gasthaus einen hervorragenden Ruf. Es war immer wieder Anlaufpunkt für Bewirtungen und Übernachtungen. Wir lesen dazu in der Abhandlung von Wolfgang Ross (2020) zu „Elmstein und das Elmsteiner Tal“. Einer der bekannten „Landschaftsbeschreiber“ der Pfalz, Heinrich Jakob Fried beschreibt seine Wanderung durch das Elmsteiner Tal. „Am 26. Juli 1825 abends 1/4 7 Uhr wurde die Wanderung von Landau aus angetreten. Der Weg führte über Nußdorf, Hainfeld, Roth nach Maikammer. Hier übernachtete man im Gasthaus zum Schaf. Am 27. Juli brach man schon um 3 Uhr in der Frühe auf. Der Weg führte über Diedesfeld an Neustadt vorbei zur Wolfsburg…

Johan Georg Platz schenkte (Schenkung unter Lebenden) im Jahre 1823 das Anwesen seinem Neffen 2. Grades, dem aus Maikammer stammenden Bierbrauer Jakob Burkhard Mohr (<4004> /*21.10.1799). Er war mit Sibylla Kranzbühler (<3334>) verheiratet . Sie war die Tochter des bekannten Buchdruckers Kranzbühler aus Speyer (<3334>). Jakob B. Mohr stirbt am 30.11.1834.

Nach dem Tod von Johann Burkhard Mohr geht das Haus in die zweite Ehe seiner Witwe Sibylla Kranzbühler ein. Sie heiratet am 9.5.1838 den aus Ludwigshafen stammenden Gastwirt und Bierbrauer Johann Adolph Eisele (<1318>). Folgende Zeitungsausschnitte berichten über das Kirchweihfest im goldenen Schaaf unter dem neuen Wirt Eisele, sowie über die Versteigerung des Anwesens 1841 und 1848.

Im Jahr 1850 geht das Anwesen an den aus Maikammer stammenden Sonnenwirt, Küfer und Gemeinderat Karl Theodor Reinig (<4945 / *18.12.1808). Reinig besaß mehrere Häuser, darunter auch Weinstraße Nord 23 (abgerissen) Hartmannstraße 13 (dort Schlussstein, OFB Seite 1062).

Karl Theodor Reinig übergibt das Anwesen 1860 an den aus Maikammer stammenden Gastwirt und Gutsbesitzer Franz Jäger (<2883>). Es dürfte sich um den Herrn Jäger handeln, der in folgenden Anzeigen erwähnt ist.

Zeitungsanzeige vom 1. Dezember 1887. Original im Besitz von Klaus Hemmer, Ur-Enkel von Adam Kleber.

Am 1. Dezember 1887 ging das Gasthaus an den aus Diedesfeld stammenden Adam Kleber (<3158> *20.01.1849) über, der am 3.12.1887 Morgens Wellfleisch und Abends Metzelsuppe anbot. Kleber besaß auch das Anwesen Weinstraße Nord Nr. 3.

1897, 10 Jahre später starb Kleber. Seine Tochter Rosa war zu dem Zeitpunkt 18 Jahre alt.

Weitere Ergänzungen zur Geschichte des Gasthauses werden folgen!

Autor: Heike Scholhölter, 2023
Texte: per E-Mail von Christian Buchenberger, 2023; im persönlichen Gespräch Heike Scholhölter mit Klaus Hemmer, 2023; beide Enkel von August Buchenberger.
Fotos: C. Buchenberger, H. Hemmer, E. Buchenberger-Klodt, Club Sellemols (Historienfreunde Maikammer-Alsterweiler)
(August Buchenberger, OFB <777>) (Rosa Kleber, OFB <3158>).

Ein Gedanke zu „Geschichte des Gasthauses „Zum Schaf“

  • Zufallsfund zum Gasthaus Schaf aus dem Jahre 1825:
    „Am 26. Juli 1825 abends 1/4 7 Uhr wurde die Wanderung von Landau aus angetreten. Der Weg führte über Nußdorf, Hainfeld, Roth nach Maikammer. Hier übernachtete man im Gasthaus zum Schaf. Am 27. Juli brach man schon um 3 Uhr in der Frühe auf. Der Weg führte über Diedesfeld an Neustadt vorbei zur Wolfsburg…„
    Ist bereits in den Text eingearbeitet. Hier nur zur Info.

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