Weinstraße Süd 13

Das Anwesen in der Weinstraße Süd 13 ist ein traufständiges Wohnhaus aus dem frühen 19. Jahrhundert mit Anklängen an den Baustil des späten 18. Jahrhunderts.

Das Gebäude ist eine typische Hofanlage (Kleingehöft eines landwirtschaftlichen Mischbetriebes oder eines Handwerkers), wie sie an der Deutschen Weinstraße häufig vorkommen. Es handelt sich um einen zweigeschossigen massiven erhaltenswerten Putzbau mit einem hohen Sockel.

Im Erdgeschoß zeigen sich einfach profilierte Fenster (Gewände), in gleicher Art auch im Obergeschoß. Die Fassade ist mit drei Fenstern besetzt, über dem Torbogen ist ein viertes Fenster einglassen. Auffallend ist der asymetrische Versatz der Fenster beim Vergleich zwischen Erd- und Obergeschoß.

Zum Anwesen 11 hin, ist ein Torbogen in die Hausfront eingefügt. Das Spiegelbild des Torbogens ist im Nachbaranwesen zu sehen. An den Seiten des Bogens sind Kämpfer zu erkennen (Verdickungen) und im Scheitel ist ein Schlußstein eingefügt. Er zeigt das Jahr 1807 und die Initalen EM WM.

Das Traufgesims (unterhalb des Daches zu erkennen) ist mehrfach profiliert. Das Anwesen wird von einem Satteldach abgeschlossen.

Schlußstein

Der Schlußstein am Torbogen zeigt die Initalen EM und WM. Es handelt sich dabei um Emanuel Mohr und seine Ehefrau Anna Margaretha Mohr, geborene Wilhelm. Der Eintrag ist in einen zeitgenössischen Rahmen gesetzt und mit der Jahreszahl (wohl die Errichtung des Anwesens, auf jeden Fall des Torbogens) 1807 versehen. In den „Bögen“ des Rahmens sind bei genauem Hinsehen (Sonnen-) Strahlen zu erkennen.

Emanuel Mohr war von Beruf Metzger. Am 27. Dezember 1776 getauft, verstarb er am 19. Mai 1836. Die Heirat mit Anna Margaretha Wilhelm fand am 25. November 1804 statt.

Eigentümergeschichte

Emanuel Mohr verkaufte das Anwesen im Jahre 1820 an Bernhard Bär. Neben dem Anwesen Weinstraße Süd 13 besaß Emanual auch das Anwesen Marktstraße 26 in Maikammer (heute Frantzplatz).

Das Anwesen zählt zu den Gebäuden (bzw. steht auf einem Grundstück), die mit der berühmten Familie Tretter / Traitteur aus Maikammer in Verbindung gebracht werden. Neben der St. Martiner Straße 1 sind das die Weinstraße Nord 3 und die Weinstraße Süd 13.

Der älteste Maikammerer Tretter (Johann Michael) wird mit einem Haus in der Weinstraße Süd erwähnt  (2 Gulden Bed, ein normaler bis mittlerer Betrag in der Straße), von der Lagebeschreibung her die Weinstraße Süd 13 (oder ein Nachbargrundstück). Die genaue Bebauung dort ist schwierig nachzuvollziehen, da später das Grundstück mehrmals unterteilt wurde. Jedenfalls scheint das Haus (oder das Grundstück) nicht in Familienbesitz geblieben zu sein. Denn Michael Tretters Söhne hatten an anderer Stelle Besitz.

Quellenangaben

[1]
Authried, Eva; Liebe, Lucy. Nachqualifizierung der Denkmalzone „Ortskern Maikammer“ Landkreis Südliche Weinstraße. Mainz: Generaldirektion Kulturelles Erbe (GDKE) in Rheinland-Pfalz; 2020
[1]
Schäfer G, Martina Stöckl. Ortsfamilienbuch Maikammer-Alsterweiler Band 1 und Band 2. Neustadt an der Weinstraße: Selbstverlag; 2015
[1]
Dreyer, Matthias C.S., Hans-Jürgen Seimetz. Siedlungsentwicklung und Raumordnung. In: Haardt und Weinstraße. Michael Geiger; 2016: 128–139